Das Beständige
Elektrolyse und Hochenergie-Verfahren: Wie Kolloide entstehen
Warum einfache Elektrolyse bei Gold an ihre Grenzen stößt, welche Elemente sich ihr ganz verweigern — und wozu es Hochenergie-Verfahren braucht.
Der klassische Weg: Elektrolyse
Das bekannteste Verfahren ist die Elektrolyse: Zwei Elektroden aus reinem Metall tauchen in destilliertes Wasser, eine Spannung liegt an, und feinste Teilchen lösen sich von den Elektroden ins Wasser. Für Silber funktioniert dieser Weg ordentlich — in etwa zwanzig Minuten entstehen zehn ppm. Bei Gold aber wird die Geduld zur Qual: Zehn bis zwölf Stunden für weniger als ein ppm sind typisch. Hohe Konzentrationen sind auf diesem Weg praktisch nicht zu erreichen.
Und manche Elemente verweigern sich der Elektrolyse ganz: Halbmetalle wie Bor und Silizium leiten den Strom kaum, Kohlenstoff ist auf diesem Weg überhaupt nicht kolloidierbar, Hochschmelzer wie Tantal, Iridium oder Molybdän geben ihre Teilchen nicht her, und Platin gilt unter Elektrolyseuren als nahezu aussichtslos. Hinzu kommt das Grundproblem des mechanischen Abriebs: Ein großer Teil dessen, was sich dabei löst, sind keine Kolloide, sondern nackte Metall-Ionen — instabile Teilchen, die beim ersten Kontakt mit Säuren oder Salzen ausflocken, bei Silber etwa zu Silberchlorid.
Der Weg der hohen Energie
Wo die Elektrolyse endet, beginnen die Hochenergie-Verfahren. Ihr Prinzip ist ein grundlegend anderes: Zwischen hochreinen Elektroden zündet unter Wasser ein Plasma-Lichtbogen mit mehreren tausend Volt. Das Metall wird nicht abgerieben, sondern augenblicklich verdampft — und kondensiert im kalten, zuvor verwirbelten Trägerwasser zu feinsten Partikeln von teils nur wenigen Dutzend Atomen. Die gewaltige Plasma-Energie lädt die Teilchen dabei stark und gleichsinnig auf: Sie stoßen einander dauerhaft ab und bleiben stabil in der Schwebe.
Neu ist dieser Weg übrigens nicht — nur selten gemeistert: Schon 1898 zerstäubte der Chemiker Georg Bredig Metalle mit einem elektrischen Lichtbogen unter Wasser zu Kolloiden. Unser Verfahren führt diese Tradition fort, modifiziert und weiterentwickelt zu einem Hochvolt-Plasma-Prozess, der bei rund 3.500 °C arbeitet.
Der Preis ist Aufwand: Solche Verfahren verlangen präzise Steuerung von Energie, Temperatur und Zeit — jedes Element hat seinen eigenen Charakter und verzeiht keine Nachlässigkeit. Der Lohn sind Konzentrationen und Elemente, die anders nicht zu haben sind: echtes rubinrotes Gold mit 50 ppm, stabiles Platin, kolloidales Bor oder Tantal. Genau hier liegt die Spezialität unserer Manufaktur.
Woran man gute Herstellung erkennt
Unabhängig vom Verfahren gilt: reinstes Ausgangsmaterial (99,99 % und besser), doppelt destilliertes Wasser und keinerlei Zusätze. Wer diese drei Dinge nennt, hat nichts zu verbergen. Wer sie verschweigt, meist schon.