Das Sonnenmetall
Die Geburt des Goldes: Ein kosmisches Ereignis
Gold entsteht nicht auf der Erde — es wird geboren, wenn Neutronensterne kollidieren. Die Geschichte des kostbarsten Sternenstaubs.
Kinder der Sterne
Unsere Sonne ist nicht heiß genug, um Elemente zu erschaffen, die schwerer sind als Eisen. Alles Gold, alles Silber, alles Iridium dieser Welt stammt deshalb aus kosmischen Katastrophen: aus Supernova-Explosionen und aus der Kollision von Neutronensternen — jenen unvorstellbar dichten Kernen, die sterbende Riesensterne zurücklassen.
Im Juni 2013 konnten Astronomen ein solches Ereignis beobachten: Ein Gammastrahlenblitz von weniger als einer Fünftelsekunde verriet den Zusammenstoß zweier Neutronensterne. Die Forscher schätzten, dass dabei Gold von etwa der zehnfachen Masse des Mondes entstand. Carl Sagans berühmter Satz gilt wörtlich: Wir sind aus Sternenstaub gemacht — und unser Schmuck ist Stoff aus kollidierenden Sternen.
Ein seltener Gast auf der Erde
Auf die junge Erde kam das Gold vermutlich mit einem Schauer von Meteoriten vor knapp vier Milliarden Jahren. Selten ist es geblieben: Alles bislang geförderte Gold der Welt ergäbe zusammen nur einen Würfel von rund zwanzig Metern Kantenlänge. Im Bergbau gilt schon eine Tonne Gestein mit einem einzigen Gramm Gold als abbauwürdig.
Wer eine Flasche kolloidales Gold in Händen hält, hält also im Wortsinn Sternenstaub: Materie, die älter ist als die Erde selbst, geboren im Feuer einer kosmischen Kollision — nun fein verteilt in reinstem Wasser.